Der Leverage-Effekt besagt, dass die Eigenkapitalrendite mit Aufnahme von Fremdkapital steigt, solange die Fremdkapitalzinsen unter der Gesamtkapitalrendite liegt. Wie genau funktioniert der Leverage-Effekt?

Grundlagen

Zunächst einmal sollten einige Begriffe geklärt werden. Die Eigenkapitalrentabilität gibt die Verzinsung des Eigenkapitals an und berechnet sich wie folgt:

\frac{Gewinn}{Eigenkapitaleinsatz}\cdot100

Die Gesamtkapitalrentabilität (auch ROI genannt) gibt die Verzinsung des Gesamtkapitals (Fremd- und Eigenkapital) an:

\frac{Gewinn + Fremdkapitalszinsen}{Gesamtkapital}\cdot100

 

Beispiel zum Leverage-Effekt

Nehmen wir nun im Beispiel an, zwei Unternehmen würden exakt den gleichen Gewinn vor Zinsen erwirtschaften und eine gleich hohe Menge an Gesamtkapital haben.

Unternehmen 1 finanziert sich jedoch zu 100% aus Eigenkapital, Unternehmen 2 zu je 50% aus Eigenkapital und Fremdkapital. Bei einem Fremdkapitalszinssatz von 5% sähe dies wie folgt aus:

 

Unternehmen 1

Unternehmen 2

EK

100.000€

50.000€

FK

0€

50.000€

GK

100.000€

100.000€

Gewinn vor Zinsen

20.000€

20.000€

FKZinsen

0€

2.500€

Gewinn

20.000€

17.500€

Eigenkapitalrendite

20%

35%

 

Aus diesem Beispiel ist zu erkennen, dass die Eigenkapitalrendite bei Unternehmen 2 um 15% höher als bei Unternehmen 1 ist. Dies ist auf den Anteil an Fremdfinanzierung zurückzuführen. Dies nennt man die Leverage-Chance.

Die Chance kann sich jedoch schnell in ein Leverage-Risiko verkehren, wenn der Gewinn sinkt oder die Fremdkapitalszinsen steigen. 

Beim Leverage-Effekt nutzt man das Fremdkapital also als Hebel, um die Verzinsung des Eigenkapitals zu erhöhen.

Nehme Fremdkapital solange auf wie die Gesamtkapitalrentabilität über dem Fremdkapitalzinssatz liegt, weil dadurch die Eigenkapitalrentabilität steigt.
Die Differenz zwischen Gesamtkapitalrendite und Fremdkapitalzinssatz (Zinsspread) sollte ausreichend hoch sein, da sonst Illiquidität droht.

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