Die Incoterms sind international gültige Handelsklauseln, welche den Risiko- und Kostenübergang beim Transport von Ware zwischen den Vertragsparteien (z.B. Käufer und Verkäufer) klärt. Sinn der Incoterms ist die Vereinfachung des Handels, die Nutzung ist jedoch freiwillig. Im folgenden wird zwecks Vereinfachung immer von Exporteur und Importeur gesprochen.

Alle Incoterms benötigen einen benannten Ort- manchmal ist dieser eine genaue Adresse, manchmal einfach nur eine Ortsangabe wie „CY Hamburg (Container Yard)“. Bei E- und F-Klauseln befindet sich der benannte Ort („named place“) im Herkunftsland, bei C- und D-Klauseln befindet sich der Ort im Bestimmungsland.

E-Terms

E-Terms sind Abgangsklauseln/Abholklauseln (Departure Terms).

Es gibt eigentlich nur ein E-Term: EXW. Das steht für Ex Works (Ab Werk). Bei EXW hat der Exporteur in dem Moment geliefert, in welchem er dem Kunden die Ware auf seinem Gelände (Lager, Fabrik etc.) zur Verfügung stellt. Ab diesem Moment liegen Risiken und Kosten bereits beim Importeur.

Bei E-Terms befindet sich der benannte Ort im Herkunftsland.

EXW ist die für den Exporteur Beste Bedingung, für den Importeur ist sie die schlechteste.

 

F-Terms

Die F-Terms sind Versendungsklauseln/Absendeklauseln (Shipment terms), bei welchem die Übernahme der Kosten für den Haupttransport vom Importeur getragen wird.

Bei FCA (Free Carrier/ Frei Frachtführer) gehen Risiko und Kosten an den Importeur über, wenn der Exporteur die Ware an den ersten Frachtführer übergeben hat. Lieferort ist der Ort, an welchem die Ware dem Frachtführer übergeben wird.

FAS bedeutet Free alongside ship, also frei längsseits Schiff. Der Exporteur ist für die Exportfreimachung zuständig und Risiko und Kosten gehen an den Importeur über, wenn der Exporteur die Ware vor dem Schiff am Verschiffungshafen (am Kai; „längsseits Schiff“) abgesetzt hat.

FOB steht für „Free on Bord“, also frei an Bord. Hier gehen Risiko und Kosten an den Importeur über, sobald die Ware an Bord des Schiffes im Verschiffungshafen geladen wurde.

FAS und FOB gibt es ausschließlich im Seeverkehr. Auch bei den F-Terms befindet sich der benannte Ort im Herkunftsland.

 

C-Terms

Bei den C-Terms handelt es sich um ebenfalls um Versendungsklauseln/Absendeklauseln (Shipment terms), bei welchen die Kosten für den Haupttransport jedoch vom Exporteur getragen werden.

Die C-Terms sind Zwei-Punkt-Klauseln. Das heißt, Kosten und Risiken gehen an unterschiedlichen Punkten auf andere Vertragspartner über. Bei Ein-Punkt-Klauseln (E-, F- und D-Terms) gehen Kosten und Risiken an der selben Stelle über.

Bei CFR (Cost and Freight, Kosten und Fracht) trägt der Exporteur die Kosten bis zum Erreichen des Schiffes am Bestimmungshafen– bereits das Abladen der Ware geschieht auf Kosten des Importeurs. Das Risiko geht jedoch schon auf den Importeur über, wenn die Ware auf das Schiff im Verschiffungshafen geladen wurde.

CIF steht für Cost, Insurance and Freight (Kosten, Versicherung und Fracht) und ist identisch mit CFR. Einziger Unterschied: Der Exporteur trägt die Kosten für die Transportversicherung.

CIF und CFR gibt es ebenfalls ausschließlich im Seeverkehr.

CPT steht für Carriage paid to (Fracht bezahlt bis). Bei CPT trägt der Exporteur die Kosten bis zum Bestimmungsort. Das Risiko geht an den Importeur über, wenn die Ware an den ersten Frachtführer übergeben wurde.

CIP steht für „Carriage and Insurance paid to“, also „Fracht und Versicherung bezahlt bis“. CIP ist identisch mit CPT, jedoch trägt auch hier der Exporteur (wie bei CIF) die Kosten für die Transportversicherung.

Bei den C-Terms befindet sich der benannte Ort im Bestimmungsland.

 

D-Terms

D-Terms sind Ankunftsklauseln (Arrival terms). Bei den D-Terms übernimmt der Exporteur sowohl Kosten als auch Risiken bis zum Bestimmungsort.

DAT steht für Delivered at Terminal (geliefert Terminal). Hier trägt der Exporteur Kosten und Risiko bis zum Terminal am Bestimmungsort. Der Importeur ist für die Importfreimachung verantwortlich.

Ein Terminal ist nicht der Bestimmungsort. Ein Terminal kann zum Beispiel ein Lager, ein Containerterminal am Hafen oder ein Terminal am Flughafen sein. Ein Weitertransport zum Lieferort ist erforderlich.

Bei DAP (Delivered at place, geliefert benannter Ort) übernimmt der Exporteur Kosten und Risiko bis zum Erreichen der Ware am Bestimmungsort. Auch hier ist der Importeur für die Importfreimachung verantwortlich.

DDP steht für Delivered, duty paid (geliefert verzollt). Hier trägt der Exporteur Kosten und Risiken bis zum Lieferort.

DDP ist die beste Bedingung für den Importeur und die schlechteste für den Exporteur.

Auch bei den C-Terms befindet sich der benannte Ort im Bestimmungsland.

 

Zusammenfassung

 

Nachfolgende Tabelle verdeutlicht noch einmal, wann Risiko und Kosten an den Importeur übergehen:

Klausel Bedeutung Erklärung
E EXW Ex Works

Ab Lager

Exporteur ist nicht für den Transport verantwortlich; Risiko & Kosten gehen ab Abholung am Lager auf Importeur über
F FCA Free Carrier

Frei Frachtführer

Exporteur trägt Risiko und Kosten bis zur Übergabe an den 1. Frachtführer
FAS* Free alongside ship

Frei längsseits Schiff

Exporteur ist für Exportfreimachung verantwortlich; Risiko und Kosten gehen bei Absetzen am Kai im Verschiffungshafen an Importeur über
FOB* Free on Bord

Frei an Bord

Risiko und Kosten gehen an Importeur über, sobald Ware an Bord des Schiffes im Verschiffungshafen geladen
C CFR* Cost and Freight

Kosten und Fracht

Exporteur trägt die Kosten, bis das Schiff den Bestimmungshafen erreicht hat; das Risiko geht bereits auf den Importeur über, wenn Ware in Verschiffungshafen auf Schiff geladen
CIF* Cost, Insurance and Freight

Kosten, Versicherung und Fracht

Wie CFR; Exporteur trägt jedoch die Kosten für die Transportversicherung
CPT Carriage paid to

Fracht bezahlt bis

Exporteur trägt Kosten bis Bestimmungsort; Risiko geht bei Übergabe der Ware an den ersten Frachtführer auf Importeur über
CIP Carriage and Insurance paid to

Fracht und Versicherung bezahlt bis

Wie CPT; Exporteur trägt jedoch die Kosten für die Transportversicherung
D DAT Delivered at Terminal

geliefert Terminal

Exporteur trägt Kosten und Risiko bis zum Terminal am Bestimmungsort; Importeur ist für Importfreimachung verantwortlich
DAP Delivered at Place

geliefert benannter Ort

Exporteur trägt Kosten und Risiko bis zum Erreichen der Ware am Bestimmungsort; Importeur ist für Importfreimachung verantwortlich
DDP Delivered, duty paid

geliefert verzollt

Exporteur trägt Kosten und Risiken bis zum Lieferort
* Incoterm nur bei Seefracht verfügbar

 

Optional findest du eine ausführlichere Tabelle der Incoterms hier.

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